Lebensgefuehl

February 10th, 2011

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Vor kurzem wurde ich darauf aufmerksam gemacht, wie sich das Bild des Lebensgefühls von Freiheit und Lebensfreude im Laufe der Zeit gewandelt hat…vom Traubenschlemmenden Faulpelz mit prall gefüllten Bauch, über den Saxophonspieler hin zu der heutigen modernen jungen Frau, die auf ihrem Flokatiteppich vor ihrer Designercouch liegt, den Laptop vor sich und lächelnd im Internet surft…ja dazu fallen einem viele Fragen ein – beispielsweise warum liegt sie nicht auf der Couch?

Wie auch immer, so fern von dem Bild welches ich zur Beschreibung dieses Lebensgefühls benutzen würde, ist diese moderne Vorstellung gar nicht entfernt….

Lesen in Unterwäsche von enamora.de…mehr Freiheit brauch ich nicht :)

Bild(alt) Quelle:http://www.ansichtskarten-center.de/webshop/shop/ProdukteBilder/14115/AK_12057180_kl_1.jpg

Bild(weiß)Quelle:http://us.123rf.com/400wm/400/400/4774344sean/4774344sean1008/4774344sean100801311/7651021-frau-in-unterw-sche-lesen-liegend-auf-ihrem-bett-die-in-die-kamera-schaut.jpg

Ist das Buch vom Aussterben bedroht?

February 9th, 2011

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Die Digitalisierung hält Einzug ins Bücherregal. Längst kann man alle Bücher digital im Internet lesen, als Ebook herunterladen und über den heimischen Bildschirm, das Ipad oder ähnlichen modernen Schnickschnack gelesen werden. Auch in der Schule gewinnen digitale Medien die Oberhand und Schüler arbeiten vermehrt am PC und nicht mehr an der Tafel oder mit Schulbüchern und Arbeitsheften. Sterben die Bücher jetzt aus?

lesen

Es geht doch nicht nur um die Existenz des geschriebenen Wortes sondern um ein ganzes Lebensgefühl. Der Geruch von Büchern, natürlich ganz besonders der von alten Exemplaren ist unvergleichlich und versetzt einen doch bereits in eine andere Welt, in welcher man völlig abtauchen kann. Das Gefühl des Papiers zwischen den Fingern zu spüren – beim Umblättern, beim Seiten Glattstreichen. Der Anblick der bereits gelesenen Seiten, der einen zum Einen stolz macht, weil man sich durch unzählige Kapitel eines Wälzers durchgeschmökert hat, und zum Anderen wehmütig, weil man ahnt dass die gemeinsame Zeit mit diesem Werk bald ein Ende hat. Darüber hinaus gibt es keine schönere Dekoration einer Wohnung als prall gefüllte Bücherregale! Wie gerne verbringe ich Stunden in den Zimmern meiner Eltern, deren Wände man vor lauter Bücher nicht mehr sieht. Wie gerne stöbere ich in alten, neuen, dünnen und dicken Büchern – fühle und rieche sie.

Aber es gibt Hoffnung. Denn es scheint, ich bin nicht allein. Es gibt sie noch immer zahlreiche Bibliotheken, Buchhandlungen und kleine Antiquariate. Dort tummeln sich die Menschen. Sie schmökern wie ich in all den schönen Papierbögen, sie kaufen gute Werke und legen die weniger gelungenen wieder zurück. Sie verbringen, wie ich, gerne ihre Zeit zwischen Büchern und genießen die Ruhe die trotz der großen Ansammlung von Menschen generiert wird, die nur durch das Umblättern von Seiten durchdrungen wird. Büchern gelingt es, eine Vielzahl von Menschen zusammen zu bringen und sie in ein genüssliches Schweigen zu tauchen.

Buecher

Als ich heute wie immer in die U-Bahn steige muss ich kurz sehr glücklich grinsen, denn genau dort in der U-Bahn hält fast jeder Dritte ein Buch in der Hand und liest leise vor sich hin. Und solang hier das Buch noch die Oberhand hat, obwohl es schwerer und größer als ein Iphone ist, solange mach ich mir um die Daseinsberechtigung des Buches keine Sorgen.

Bild(Lesen):Quelle: http://farm3.static.flickr.com/2377/2532035264_50cff1fc60_o.jpg

Bild(Buecher):Quelle: http://www.teatime-blog.com/wp-content/bilder/buch2_2.jpg

Massentauglichkeit

February 1st, 2011

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Wie ging mir in diesem Augenblick das Herz auf? Wie sehr habe ich mich verstanden gefühlt, als ich letztens die Zeit aufschlug und Ulrich Greiners Artikel zu den Romanen Martin Suters lesen durfte. Bisweilen hatte ich mich an zweien von Suters Werken gewagt, nachdem mir eine Freundin tagelang in den Ohren lag, wie toll dieser Autor doch erzählen würde.

Betritt man eine Buchhandlung ist es auch beinahe unmöglich nicht auf eines seiner Werke zu stoßen. Überall liegen sie, seine unzähligen Romane und werden angepriesen. An jedem Tisch, an welchen Bücher ausgestellt werden steht mindestens eine Person die in einem von Suters Werken blättert. Natürlich muss nicht gut sein, was der Masse gefällt – das weiss jeder, spätestens seit DSDS und Sarrazins „Deutschland schafft sich ab“. Nichtsdestotrotz heisst massenkompatibel nicht gleich schlecht, das beweisen wiederum der Tatort und die Rolling Stones.

Ich nahm ihn also zur Hand, den guten Herrn Suter und seinen Der Koch. Ich gebe zu, es war unterhaltsam. Ich gebe zu, es war sogar spannend, aber die große Schreibkunst war es für mich nicht. Vielleicht sollte das auch nicht so sein. Ildikó von Kürthy beispielsweise steht ganz offen dazu massentaugliche Litertaur zu produzieren und erhebt gar keinen literarischen Anspruch, wie ich einst in einem Interview las. Vielleicht geht es Martin Suter genauso. Aber vielleicht habe auch nur einfach ich keine Ahnung vom geschriebenen Wort. Wer bin ich, dass ich an dieser Stelle ein Urteil fällen darf?

Nunja, über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Oder steht irgendwo geschrieben, dass Strapse von Enamora.de geschmackvoll und Ringelsocken von KIK geschmacklos sind?  Und so würde ich nie wagen Martin Suters Romane als “nichtssagend” oder seine Sprache als “Stolpern und Stümpern” zu bezeichnen, sondern schlichtweg als nicht meinen Geschmack – freue mich aber insgeheim ein wenig, als ich lese, dass Herr Greiner eben jene Worte in seiner herrlich kritischen Auseinandersetzung mit Martin Suter als Schriftsteller unterbringt…

der Sonderling

January 28th, 2011

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Während die einen Fernsehen schauen oder Computer zocken, Sport treiben, nähen, kochen, telefonieren oder shoppen, tauche ich in die Welt der geschriebenen Sprache ab. Ich würde mich eigentlich nicht als Nerd bezeichnen, aber an den Blicken meiner Freunde kann ich erkennen, dass es anscheinend nicht ganz normal ist, die Gestaltung eines Samstags als vollkommen zu bezeichnen, wenn man den ganzen Tag damit zugebracht hat, mit einer entspannten Tasse Kaffee eine Wochenzeitung durchzulesen. Ich brauche nicht mehr. Und ja so sieht für mich ein perfekter Samstag aus.

Ich bin ein sehr geselliger Mensch, habe viele Freunde und gehe aus. Dennoch unterscheide ich mich von ihnen. Ich habe kein IPhone, keinen Mac oder IPod, ich surfe nicht ‘einfach mal so’ durchs Internet. Meine Freundinnen klicken sich wild durch Online Shopping Angebote bei www.enamora.de, derweil bestelle ich mir höchsten falls mal den neuen Kaminer.

Ich kann mit Worten einfach mehr anfangen als mit Bildern. Wortspiele, Metaphern, Vergleiche oder andere rhetorische Stilmittel faszinieren mich. Während zwei Menschen, die sich den selben Film anschauen – auch den selben Film sehen, passiert beim Lesen etwas anderes. Zwei Personen die das selbe Buch lesen, können sich in zwei völlig unterschiedlichen Welten und Geschichten wieder finden. Dieser Freiraum für eigene Gedanken, für Fantasie und Vorstellungskraft ist es, der mich bei jedem Buch, bei jedem Text und geschriebenen Wort aufs Neue fesselt und nicht loslässt