Die Digitalisierung hält Einzug ins Bücherregal. Längst kann man alle Bücher digital im Internet lesen, als Ebook herunterladen und über den heimischen Bildschirm, das Ipad oder ähnlichen modernen Schnickschnack gelesen werden. Auch in der Schule gewinnen digitale Medien die Oberhand und Schüler arbeiten vermehrt am PC und nicht mehr an der Tafel oder mit Schulbüchern und Arbeitsheften. Sterben die Bücher jetzt aus?

Es geht doch nicht nur um die Existenz des geschriebenen Wortes sondern um ein ganzes Lebensgefühl. Der Geruch von Büchern, natürlich ganz besonders der von alten Exemplaren ist unvergleichlich und versetzt einen doch bereits in eine andere Welt, in welcher man völlig abtauchen kann. Das Gefühl des Papiers zwischen den Fingern zu spüren – beim Umblättern, beim Seiten Glattstreichen. Der Anblick der bereits gelesenen Seiten, der einen zum Einen stolz macht, weil man sich durch unzählige Kapitel eines Wälzers durchgeschmökert hat, und zum Anderen wehmütig, weil man ahnt dass die gemeinsame Zeit mit diesem Werk bald ein Ende hat. Darüber hinaus gibt es keine schönere Dekoration einer Wohnung als prall gefüllte Bücherregale! Wie gerne verbringe ich Stunden in den Zimmern meiner Eltern, deren Wände man vor lauter Bücher nicht mehr sieht. Wie gerne stöbere ich in alten, neuen, dünnen und dicken Büchern – fühle und rieche sie.
Aber es gibt Hoffnung. Denn es scheint, ich bin nicht allein. Es gibt sie noch immer zahlreiche Bibliotheken, Buchhandlungen und kleine Antiquariate. Dort tummeln sich die Menschen. Sie schmökern wie ich in all den schönen Papierbögen, sie kaufen gute Werke und legen die weniger gelungenen wieder zurück. Sie verbringen, wie ich, gerne ihre Zeit zwischen Büchern und genießen die Ruhe die trotz der großen Ansammlung von Menschen generiert wird, die nur durch das Umblättern von Seiten durchdrungen wird. Büchern gelingt es, eine Vielzahl von Menschen zusammen zu bringen und sie in ein genüssliches Schweigen zu tauchen.

Als ich heute wie immer in die U-Bahn steige muss ich kurz sehr glücklich grinsen, denn genau dort in der U-Bahn hält fast jeder Dritte ein Buch in der Hand und liest leise vor sich hin. Und solang hier das Buch noch die Oberhand hat, obwohl es schwerer und größer als ein Iphone ist, solange mach ich mir um die Daseinsberechtigung des Buches keine Sorgen.
Bild(Lesen):Quelle: http://farm3.static.flickr.com/2377/2532035264_50cff1fc60_o.jpg
Bild(Buecher):Quelle: http://www.teatime-blog.com/wp-content/bilder/buch2_2.jpg